Sprich mal laut: „queer“ [sprich: kwier] Das Wort kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie „anders“ oder „ungewöhnlich“. Viele Menschen benutzen es, um zu sagen: „Ich bin oder fühle ein bisschen anders – und das ist gut so!“

Vielleicht hast du dich schon mal gefragt: Warum fühle ich mich irgendwie anders? Warum verliebe ich mich vielleicht nicht so wie meine Freund*innen? Warum passt das Bild von „Jungen“ oder „Mädchen“ bei mir nicht so ganz? Dann ist dieser Text für dich – oder einfach für alle, die neugierig sind.
„Queer“ ist ein Wort für Menschen, die in ihrer Liebe oder in ihrem Gefühl, wer sie sind, nicht so sind wie die Mehrheitsgesellschafft – und das ist völlig okay. Queer zu sein bedeutet: Ich darf lieben, wen ich will. Ich darf sein, wer ich bin. Queer ist wie ein großer, bunter Regenschirm, unter dem viele verschiedene Arten von Menschen Platz haben. Menschen, die hetero sind (also sich als Junge in Mädchen oder als Mädchen in Jungen verlieben), gehören nicht unter diesen Schirm – aber ihre Art zu lieben ist genauso in Ordnung.
Hetero (heterosexuell) – Ein Junge verliebt sich in Mädchen oder ein Mädchen in Jungen. Das ist die Form von Liebe, die wir am häufigsten sehen – und auch sie ist völlig in Ordnung.
Schwul – Ein Junge verliebt sich in Jungen.
Lesbisch – Ein Mädchen verliebt sich in Mädchen.
Bi (bisexuell) – Jemand kann sich in Jungen und Mädchen verlieben.
Pan (pansexuell) – Jemand kann sich in Menschen verlieben, ganz egal, ob sie Junge, Mädchen, beides oder etwas anderes sind.
Asexuell – Manche Menschen verlieben sich gar nicht oder wollen keine Nähe – auch das ist vollkommen okay.Wer man ist (das nennt man „Geschlechtsidentität“)
Cis – Du fühlst dich genauso wie das Geschlecht, das dir bei der Geburt gesagt wurde.
Trans – Du fühlst dich als Junge, obwohl du wie ein Mädchen geboren wurdest – oder andersherum.
Nichtbinär – Du bist nicht nur Junge oder nur Mädchen, sondern irgendwo dazwischen oder ganz etwas Eigenes.
Agender – Du fühlst dich gar nicht als Junge oder Mädchen.
Inter – Dein Körper ist von Geburt an nicht eindeutig „männlich“ oder „weiblich“. Das ist selten, aber ganz natürlich.
Das ist total in Ordnung! Du musst überhaupt nichts sofort wissen. Du darfst dir Zeit lassen. Du darfst neugierig sein, Fragen stellen, Dinge ausprobieren. Und du darfst sagen: „Ich bin einfach ich.“ – Das reicht völlig.
Du bist nicht allein
Es gibt ganz viele Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – die queer sind. Und es gibt Menschen, die zuhören, helfen und dich unterstützen wollen – Eltern, Lehrer*innen, Freund*innen oder Menschen, die selbst queer sind. Du bist nicht komisch. Du bist nicht falsch. Du bist du – und das ist genau richtig.
Leider gibt es Menschen, die Queersein nicht verstehen oder ablehnen. Manche sagen dann gemeine Dinge, lachen über queere Menschen oder schließen sie aus. Das nennt man Queerfeindlichkeit oder Queerphobie. Aber: Das ist nicht in Ordnung. Niemand sollte wegen seiner Gefühle oder seines Seins geärgert oder verletzt werden. Wenn dir so etwas passiert oder du es mitbekommst, rede mit einer erwachsenen Person, der du damit vertraust. Und weißt du was? Es gibt ganz viele Menschen, die sich gegen Queerfeindlichkeit stark machen. Sie sagen: „Alle dürfen so sein, wie sie sind – und wir halten zusammen.“ Du bist mutig. Du bist wichtig. Du bist du. Und das ist genau richtig.
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